Wertminderung

Ermittlung der merkantilen Wertminderung im Haftpflichtschadensfall

Unfallschäden an Fahrzeugen sind in der Regel offenbarungspflichtig. Selbst wenn ein Fahrzeug sach- und fachgerecht repariert ist, erzielt es bei einem Weiterverkauf, auf Grund der nicht mehr vorhandenen Unfallfreiheit einen geringeren Preis, als ein Fahrzeug ohne Unfallschaden.
Hauptursächlich dafür ist der Verdacht der verdeckten Mängel, welcher für einen „Preisnachlass“ bei der
Veräußerung des Fahrzeuges sorgt.
Dieser „Preisnachlass“, man spricht auch von dem merkantilen Minderwert, wird durch den Kfz-Sachverständigen ermittelt/festgelegt und nicht wie immer wieder in der Schadenpraxis vorkommend, durch Versicherungsmitarbeiter „berechnet“.
Die entstandene Wertminderung ist somit im Kraftfahrzeug-Haftplicht-Schaden durch den Schädiger oder durch Dritte (Versicherung) zu ersetzen.

Die teilweise noch vertretende Meinung, dass eine Wertminderung nur für Fahrzeuge zutrifft, die nicht älter als 5 Jahre sind und nicht mehr als 100.000 km Laufleistung aufweisen, wurde durch die aktuelle Rechtsprechung widerlegt.